Sehr geehrte Damen und Herren!

Einen frohen österlichen Gruß Ihnen / euch allen! 

Wir feiern Ostern, den Höhepunkt des Kirchenjahres. Wir begehen dieses Fest zum 2. Mal in einer besonderen, herausfordernden Zeit. Wohl kaum jemand hätte im Vorjahr gedacht, dass wir bei den nächsten Ostern so deutlichen Einschränkungen haben werden. Aber wir feiern Ostern, denn wir brauchen dieses Fest, wir brauchen diese Botschaft der Hoffnung und der Freude mehr als alles andere. 

Für mich war schon als Kind die Karwoche und Ostern der Höhepunkt des Jahres. Die eindrucksvolle Liturgie dieser Tage, aber auch die verschiedenen Bräuche, die diese Zeit umrahmen, haben mich sehr beeindruckt und geprägt. Bei den begleitenden Bräuchen denke an die Austeilung der Palmzweige auf den Feldern und im Stall, an das Ratschen in den Kartagen, an die Grabwache am Karfreitag und am Karsamstag, die Speiseweihe am Karsamstag oder das Schmücken des Heiligen Grabs und manches mehr.  

Ein Brauch hat mich besonders berührt. Es war der Gang der Frauen am Ostersonntag vor dem Morgengrauen auf den Friedhof, wie es im Evangelium beschrieben ist. Als Kind und Jugendliche durfte ich nicht mitgehen. Es wurde mir gesagt, dass dieser Gang den verheirateten Frauen vorbehalten ist. Unserer Mutter war dieser Gang sehr wichtig. 

Ich denke, der Bericht aus dem Evangelium vom Gang der Frauen zum Grab, wo Jesus bestattet worden war, passt in unsere Zeit. Sie wollten dem toten Herrn noch einen letzten Liebesdienst erweisen und haben wohlriechende Salben und Kräuter mitgebracht. Trauer und Schmerz erfüllte ihr Herz. Sie fragten einander, wer ihnen den Stein vom Grab wegnehmen wird. Es kam ganz anders.

Auch uns scheint oft der Weg zur Freude, zur Hoffnung, zum Vertrauen, zur Begegnung mit dem auferstandenen Herrn, wie mit einem schweren Stein verschlossen. Wer wird uns helfen, den Stein weg zu schieben? Wir selbst können und müssen diesen Stein unserer Angst, Bitterkeit, Unsicherheit, unserer Mutlosigkeit und Müdigkeit nicht entfernen. 

Der Stein ist weg, das Grab ist leer, der Herr ist auferstanden, er lebt. Das Leben siegt! 

Dass wir diese Erfahrung immer wieder machen, das wünsche ich uns vom Herzen. Oft sind es nur kleine Zeichen, die uns Christi Gegenwart erahnen lassen. Öffnen wir uns diesen Zeichen, diesem Licht und tragen wir es weiter.

Ein frohes uns gesegnetes Osterfest.

Sr. M. Petronilla

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